Internetzensur und Verbotspolitik


Während sich mehr als 80000 Menschen an der Petition gegen Internetzensur beteiligt haben, veröffentlicht die deutsche Kinderhilfe eine Umfrage, nach der 92% aller Deutschen sich für eine Internetzensur aussprechen sollen. Das haben Hacker offenbar zum Anlass genommen, die Seite der Kinderhilfe zu manipulieren. Aktuell ist die Seite nicht erreichbar, Google hat aber die gehackte Seite im Cache gehackte Seite nicht mehr bzw. unter einem anderen Link im Cache.

So sehr mich das auf der einen Seite amüsiert, so traurig stimmt mich das (angebliche) Ergebnis der Umfrage. Es zeigt, wie der stets von Opportunismus geprägte Aktionismus unser Politiker unreflektiert vom Volk aufgenommen wird. Und, wie schnell wir seit dem letzten Jahrhundert schon wieder verlernt haben, die Politik zu hinterfragen. Es gibt inzwischen eine Unmenge guter Ressourcen im Netz darüber, warum die geplante Sperrung von Internetseiten vollkommen sinnlos ist und welche zusätzlichen Gefahren sich dahinter verbergen – hier sei nur ein Kommentar aus der TAZ genannt, den man auch ohne technisches Hintergrundwissen lesen kann.

N.B.: Welche bizarren Ausmaße die Verbotspolitik in Deutschland bzw. der EU angenommen hat und wieviel Hilflosigkeit sich eigentlich dahinter verbirgt sieht man deutlich, wenn man sich die jüngsten Nachrichten mit Stichwort “Verbot” ansieht. Da soll z.B. der Alkoholverkauf zwischen 22 und 5 Uhr verboten werden (Quelle)… ich soll mir als erwachsener, mündiger Bürger also in Zukunft weder Computerspiele kaufen dürfen, mit denen ich den Frust über den Status Quo in Deutschland kompensieren kann, noch die Flasche Wein, mit der ich ihn herunterspülen kann.

Na, da ist doch ein Amoklauf praktisch vorprogrammiert!

Information and Links

Join the fray by commenting, tracking what others have to say, or linking to it from your blog.


Other Posts

Write a Comment

Take a moment to comment and tell me what you think. Some basic HTML is allowed for formatting.

Reader Comments

Das heißt, du bist im Leben so frustriert, dass du virtuell morden und dich besaufen musst?

Schade.